Äthiopisch schlemmen im Blue Nile 2

Endlich hab ichs mal geschafft. Seit langem wollte ich schon mal zum Äthiopier essen gehen. Schon so viel gehört, schon so viel Wasser im Mund gehabt deswegen.

Gestern wars nu endlich so weit. Und als Düpferl auf dem i waren wir auch noch 12 Leute. So was is doch in größerer Runde irgendwie mehr eventmässig.

Also sind wir (nach, für Wochenenden absolut anzuratender, Reservierung) gestern ins Blue Nile 2 in der Viktor-Scheffel-Straße gefahren.

Beim Betreten des Restaurants bemerkt man sofort die liebevoll-detailliert-gemütliche Einrichtung.

Zum Essen habe ich mir mit zwei Freunden eine gemischte Hauptspeisenplatte für drei Personen (10€ je Person) geteilt, um einen möglichst breiten Überblick über das Speisenangebot zu gewinnen.

Platte mit Sombrero

Platte mit Sombrero

Die erste Überraschung kam mit dem Servieren des Essens. Es wird auf großen, runden, mit einer Art Bast-Sombrero abgedeckten, Platten serviert. Auf den Platten sind jeweils mehrere der Bestellten Gerichte untergebracht. Das hat einen einfachen Grund. Diese Platten kann man auf dem Tisch sehr leicht drehen und so von den unterschiedlichen, darauf untergebrachten Gerichten probieren.

Gemischte Platte für drei Personen

Gemischte Platte für drei Personen

Alle Gerichte sind in dicken-würzig-aromatischen Soßen untergebracht. Bei uns waren auf der Platte(von links oben, gegen den Uhrzeigersinn): Rindfleisch mit Zwiebeln in milder Soße, Hähnchenschenkel und (ganze gekochte Eier) in scharfer Soße, scharfe Kartoffeln mit Weißkraut (zu den scharfen Essen gab es Frischkäse um den Schärfeeindruck zu bekämpfen), Kirchererbsen, Linsen, Grünkohl und Lamm mit Zwiebeln. Dazu befindet sich noch einmal das scharfe Hähnchen als weiteres Gericht eines Kumpels auf der Platte.

Wie schon auf dem Foto zu erkennen liegt das Essen nicht direkt auf den Platten, sondern auf  irgendwelchen Fladen. Bei genauerer Betrachtung stellen diese sich als Sauerteigbrotfladen heraus, welche noch eine weitere Rolle spielen. Hier wird nicht mit Besteck gegessen, sondern mit den Händen.

Sauerteigbrotfladen

Sauerteigbrotfladen

Und das funktioniert so:  zusätzlich zu den Platten bekommt man immer noch einen Teller mit ebendiesen Sauerteigfladen. So einen schnappt man sich, rupft  ein Stück ab, nimmt es mit Daumen, Zeige- und Ringfinger und krallt sich damit einfach was vom Teller. Das ist auch der Grund, warum die Soßen alle so dickflüssig sind. Anders könnte man sie gar nicht essen.

Witzig zu erwähnen ist auch die ungewöhnliche Konsistenz dieser Sauerteigfladen. Als ich meinen ersten in die Hand nahm musste ich sofort an so Schwammtücher zum Geschirrspülen denken. Nur weicher. Und wie sich herausgestellt hat: Auch leckerer :) .

Naja so hat sich dann auch schlussendlich ergeben, dass die Platte (fast) leergeputzt war.

 

Aufg'ramt is!

Aufg'ramt is!

Als Nachtisch habe ich noch eine Mangocreme mit Joghurt gegessen und einen gewürzten äthiopischen Kaffee getrunken.

Mein Fazit: Das Essen ist absolut ungewöhnlich. Mal was total anderes und ein absolutes Erlebnis. So zu essen macht unglaublich Spass und ist unglaublich kommunikativ. Geschmacklich taucht man einfach in eine andere Welt ein. Ungewohnt. Aber unglaublich lecker.

Das Fladenbrot hat einen sehr intensiven, leicht säuerlichen Eigengeschmack, welcher in meinen Augen zeitweise gefährlich den Geschmack der, damit gepackten, Gerichte überlagert und überdeckt.  Bei sparsamem Umgang mit dem Fladen ergänzt er aber den Geschmack der Zutaten angenehm.

Die Mangocreme war sehr süß, aber man hat sich gleich in exotische Gefilde versetzt gefühlt. So muss das sein. Der Kaffee war ein heißes, schwarzes, mit Kardamom und anderen Gewürzereien aromatisiertes Erlebnis. Es schieden sich nur die Geister, ob man ihn mit oder ohne Zucker trinkt. Aber das is jedermann selbst überlassen.

Äthiopisch essen ist nichts für jeden Tag, aber für besondere Anlässe eine besondere Gelegenheit. Ich werde bestimmt noch mal wieder kommen ;)

 

P.S.: Sorry für die schlechte Bildqualität, aber ich hatte mal wieder nur das Handy dabei

Die Frage nach dem langsamen Geld

Heute:  Fragen die die Welt bewegen.

Warum dauert es eigentlich drei Tage bis eine Online-Banking Überweisung beim Empfänger ankommt? Das läuft alles digital. Rechner machen kein Wochenende. Wir leben im Jahr 2011!

Wird so eine Online Überweisung bei der Bank noch mal ausgedruckt, durchläuft dann sechs Bürokratieabteilungen die ihren Stempel drauf drücken und dann wird letztenendes ein berittener Bote mit dem Barbetrag losgeschickt um das Geld zur Empfängerbank zu bringen. Wird dort dann ein ähnliches Szenario rückwärts noch mal abgefahren? Gebucht wird das Geld erst, wenn der Bote zurück ist und die Empfangsquittung drei mal gestempelt wurde.

Was macht das System so langsam? Ehrlich, das würde mich mal interessieren.  Manchmal denke ich mir, dass es schneller ist, das Geld mit der Post zu schicken. Da isses nämlich in der Regel spätestens nach zwei Tagen da. Und die haben wenigstens noch eine Rechtfertigung am Wochenende nicht zu arbeiten. Denn da arbeiten immer noch Menschen.

Wissenschaft für zuhause: Nicht-newton’sche Fluide

Letztens wurde in einer meiner Lieblingsserien (Anschautipp: The Big Bang Theory) etwas gezeigt, dass ich sehr interessant fand. Nicht-newton’sche Fluide.

Erster Gedanke: Was zum Teufel soll das sein?! Also mal die gute Wikipedia gefragt und erfahren, dass es sich dabei grob ausgedrückt um Flüssigkeiten handelt, die sich bei Krafteinfluss verhalten wie Festkörper.

Wie kann man sich das vorstellen? Naja wenn man beispielsweise einen Löffel hineinsteckt kann man langsam und gemütlich umrühren. Rührt man aber schneller, merkt man wie es zunehmend schwerer geht. Oder man kann damit einen Kugel formen, indem man das Zeug wie einen Knödel in den Händen formt. Hört man mit den Rollbewegungen auf, zerfliesst das Gebilde.

Klingt nach Spass. Dachten wir und haben uns mal damit probiert. Erste Erfahrung: Mit einer Mehl-Wasser-Mischung klappt es nicht. Eine Internet-Recherche und ein paar Gespräche mit kompetenten Menschen (Ja Stefan, das soll ein Lob darstellen ;-) ) brachten uns so weit, dass es wohl mit Speise- oder Maisstärke und auch mit Soßenbinder sehr gut funktionieren soll.

Also wieder ran an den Speck. Und tatsächlich. Mit Speisestärke (Mischungsverhältnis ca. 3 Teile Stärke zu 2 Teilen Wasser, man merkts aber ganz gut beim zusammenrühren, wann man ne gute Mischung hat) funktioniert das Ganze wirklich prima und wir haben nen ganzen Abend gebazelt und Gaudi gehabt.

Als Gipfel haben wir das Fluid mal in einen Lautsprecher gegeben (mit Frischhaltefolie drunter, damit der Lautsprecher nicht kaputt geht) und das ganze mit einem Sinuston (Frequenzen zwischen 40 und 80 Hertz haben sehr gut funktioniert) beschallt. Da bilden sich dann lustige Finger und Figuren.

Hier ein kleines Video unserer Abenteuer:

Neuer Blender Film: Sintel

Die Blender Foundation hat nach Elephants Dream und Big Buck Bunny einen weiteren ihrer liebevoll animierten Open-Movies veröffentlicht.

Auch dieses mal kann man sehr gut sehen, wie viel man mit Open-Source Software erreichen kann. Der neue Film Sintel kann auch gut mit aktuellen CGI-Kinofilmen mithalten. Allerdings hat Sintel halt nur eine Spielzeit von einer knappen viertel Stunde.

Der Film handelt von dem Mädchen Sintel, das einen Drachen sucht, den sie aufgepäppelt hat und der dann von einem großen Drachen entführt wurde. Am besten selbst anschaun (Download der Filme auf den jeweiligen Seiten, teilweise sogar in Auflösungen größer als Full-HD).

Blogparade

Der Caschy verlost auf seinem Blog ein neues Notebook für die Teilnehmer an seiner Blogparade.

Da mein Blog vornehmlich auf meiner altem Möhre, einem sieben Jahre alten Targa Visionary XP-210 Notebook (Athlon XP mobile 2600, 512MB Ram, 15″) entsteht, seh ich hier mal die Chance eventuell ein neues Autoren(renn)auto abzustauben. Wenn ein Notebook sieben Jahre  lang seinen Dienst tut, kann man nicht drüber klagen. Gutes Stück, aber langsam halt etwas schwach auf der Brust für viele Inhalte und Anwendungen (720p Wiedergabe klappt nicht, 480p nur ruckelig, allein der Browser füllt mit einigen geöffneten Tabs den kompletten RAM, das angewiesen sein auf eine PCMCIA-WLAN-Karte,…). Auch ein paar Altersschwächen haben sich schon entwickelt. So funktioniert beispielsweise der DVD-Brenner nicht mehr und der Akku hält noch ganze 4 Minuten durch. Da mein Studentenbudget leider momentan nichts neues zulässt, hoffe ich auf Fortuna (sprich random.org).

Ein anderes Plätzchen, an dem ich blogge hab ich schon mal vor ner Weile in nem anderen Beitrag vorgestellt. Hier noch mal das Foto von damals.

Sollte ich mal unterwegs (beispielsweise in der Uni) sein, hab ich auch immer noch meinen Eee-PC der ersten Generation mit am Start um gegebenenfalls schnell mal was verbloggen oder lesen zu können.Nähere Fakten zu den beiden zuletzt erwähnten Geräten finden sich im oben erwähnten älteren Beitrag.

Das Abenteuer seines Lebens

Großvenediger von der Zugspitze aus gesehen

Der Großvenediger von der Zugspitze aus gesehen (Bildquelle CC-BY-SA-2.5 Veit Müller)

Einmal über die Alpen gehen. Klingt für mich nach Wahnsinn. Aber wenn man ein bißchen forscht, gibt es viele, die eine Nord-Süd-Überschreitung der Alpen machen.

Ein Kumpel von mir ist gerade dabei, die Alpen von Osten nach Westen zu überqueren. Frei nach dem Motto “vom Watzmann zum Mont Blanc”.

Schon als kleiner Bub war er viel mit seinen Eltern in den Bergen beim Wandern unterwegs. Und als er älter wurde entwickelte er eine richtige Passion für den Alpinismus, die nicht nur mehr das Wandern umfasste. Er fing an zu klettern, skiwandern und klettert auch gern mal mit Steigeisen in gefrorenen Wasserfällen.

Nun, nachdem er sein Diplom in Geographie an der Uni in München erfolgreich absolviert hat, ist er gerade dabei, sich einen Traum verwirklichen bevor er ins Berufsleben startet. Er überquert die Alpen von Osten nach Westen. In einer intensiven Planungsphase suchte er sich seine Wanderroute die er gehen, die Gipfel die er erklimmen und die Hütten in denen er die Nächte verbringen möchte heraus.

Mit nur 13 Kilo Gepäck ist er nun vor zwei Wochen losmarschiert. Allein. Immer mal wieder meldet er sich via Internet oder Handy um ein wenig Kontakt zu seinen Lieben und seinen Freunden zu halten und zu zeigen, dass bei ihm alles beim Besten ist.
Auf seiner Route sind auch einige Tagestouren vorgesehen, für die er zusätzliche Ausrüstung benötigt. Befreundete Alpinisten unterstützen und begleiten ihn auf diesen Routen und bringen ihm die zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände mit.

Für die Besteigung des Großvenediger beispielsweise war eine Gletscherwanderung auf dem Obersulzbachkees vorgesehen. Gletscher begeht man auf Grund der Gefahren durch Gletscherspalten immer in Seilschaften aus mehreren Personen. Dafür fuhren einige Freunde von ihm mit dem Auto in die Hohen Tauern, um ihn bei der Besteigung zu begleiten und ihm die nötigen Ausrüstung wie Steigeisen, Eispickel, Klettergurt, Karabiner, Gletscherzeug, Hochtourenausrüstung, Seil und Helm zu liefern.

Seine geplante Strecke ist ungefähr 500 km Luftlinie lang. Real dürften es aber so zwischen 1500 und 2000 km Fußweg sein, die er vor sich hat. Nach einem groben Überschlag vor seiner Abreise meinte er, dass er so zwischen 60 und 70 000 Höhenmeter auf seiner großen Reise überwinden wird.

Pro Woche Wanderzeit hat er ein bis zwei Tage Regenerationszeit auf Hütten oder in Pensionen vorgesehen. Geplant ist, dass er im Oktober zur zweiten “Wiesn-Woche” wieder nach München zurückkehrt und nach letzten Informationen liegt er gut in seinem Zeitplan.

Eventuell offline

Da mein Hoster momentan seine Hostingpakete umstellt und alle Kunden auf neue Server migriert und in diesem Zuge auch eine Umstellung des Kundenpanels von Plesk auf Cpanel stattfindet kann es sein, dass der Blog, das Forum und die Bildergalerie diese Woche einen oder zwei Tage nicht erreichbar sind.

Bei der Umstellung von Plesk auf Cpanel ändern sich nämlich die Datenbankzugangsdaten und ich muss diese geänderten Daten dann von Hand in die Konfigurationsdateien der Blog-, Foren- und Galeriesoftware ändern. Da ich ja nicht andauernd online sein kann und auch nicht weiss, wann genau die Umstellung  stattfindet, kann es zu genannten Downtimes kommen.

Natürlich werde ich diese Woche meine Mails noch öfter kontrollieren und überall mein Netbook dabei haben um möglichst schnell reagieren zu können. Aber eine dauerhafte Erreichbarkeit kann ich nun mal nicht garantieren, weil ich schließlich auch nur ein Mensch bin und neben dem “Online-Leben” auch noch ein Real-Life habe. ;)

Spanisch essen im Centro Español

Gestern waren wir mal wieder auf Tour de Mampf. Nach drei mal Pekingente wollten wir dieses mal was neues Ausprobieren. Nach minimal komplizierten Abstimmungen haben wir uns dann aufs Centro Español geeinigt.

Laut Speisekarte und dem Papa eines tapferen Mitstreiters gibt es den Laden wohl schon so 35-40 Jahre in München. Damals wurde er als Treffpunkt und Integrationsort für spanische Auswanderer gegründet. Damals noch als Treffpunkt von Franco-Gegnern und sonstiger politisch linksorientierter, ist es heute ein wirklich urgemütliches spanisches Speise- und Weinlokal. Erreichen kann man das Centro Español gut mit dem öffentlichen Nahverkehr in München (Linie U3 oder U6 Haltestelle Implerstraße) und einem circa fünfminütigem Fußmarsch (über den wir nach dem Essen doch recht dankbar waren).

Die Preise sind gehoben (selbst für Münchner Verhältnisse), aber nicht unverschämt. Der Service war sehr aufmerksam, zuvorkommend und freundlich (als wir während des Gesprächs auf ein Schild über der Bar gedeutet haben, kam sofort der Kellner und wollte wissen, ob wir irgendwas wünschen).

Was gabs zu essen? Bestellt haben wir eine gemischte Vorspeisenplatte, auf der sich wirklich ne Menge verschiedene Kleingerichte gefunden haben. Kichererbsensalat, in Knoblauchöl frittierende Shrimps (in so ner speziellen Terracottaschale), Käse, frittierte Tintenfische, verschiedene spanische Salami (Chorizo), Artischocken und Champignons, … (ich hab nich mehr alles im Kopf). Die Vorspeisenplatte hätte auch gut als Hauptgericht durchgehn können, von der Menge her.

Als Hauptspeisen kamen (ohne Foto) Albondigas a la mallorquina (Hackfleischbällchen mit Kartoffeln in einer Tomaten-Pinienkernsalsa), ein Cava Risotto mit Kaisergranaten und Lachs, eine klassische Paella und Conjejo a la casa (Kaninchen nach Art des Hauses mit frischem Gemüse, Kartoffeln und einer Mandel-Wildkräuter-Soße). Klingt jetz alles nich nur lecker, sondern war es auch. Sogar sehr. Saftige Fleischbällchen, sämiges Risotto, kräftige Paella und das Kaninchen mit einer Tunke zum reinlegen! Und das alles in ordentlichen Portionen, von denen man problemlos satt geworden ist. Hier ein paar Fotos (nur mit dem Handy geknipst, Licht war nich so hell, deshalb bissl unscharf)

Paella

Paella in der Pfanne mit Muscheln, Scampi, Rind, Huhn und Schwein

Cava Risotto mit Kaisergranaten und Lachs

Cava Risotto mit Kaisergranaten und Lachs

Conjejo de la casa

Conjejo de la casa - Kaninchen in Mandel-Wildkräutersoße mit frischem Gemüse und Kartoffeln

Irgendwann kam auch noch ein Mann zur Tür rein, ging zu der Gitarre, die neben der Bar hing, nahm sie und hat ne Weile gespielt und gesungen. Wirklich angenehmes Ambiente. Alles nicht zu fein, sondern eher rustikal-bodenständig. Wirkte alles sehr authentisch und gemütlich. Massive Holzbänke und -tische, der (bewusste?!) Verzicht auf Tischdecken, Besteck in Terracotta-Schalen auf dem Tisch. Sehr angenehm.

Kann man nur weiterempfehlen!